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C.D.-Friedrich |
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Den Fischern war unheimlich zumute,
als sie den kranken Mann bei Sturm und Gewitter dort oben
in den Klippen der Stubnitz herumklettern sahen, diesen
merkwürdigen Kauz, der jeden Baum und Stein zu vergöttern
schien. 1826 kehrte der berühmte Maler noch einmal
auf sein geliebtes Rügen zurück, um in der Natur
die Versöhnung zu finden, nach der er sein Leben
lang verzweifelt gesucht hatte. |
Der am 5. September
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Kreidefelsen
auf Rügen |
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1774 in Greifswald als Sohn eines Seifensieders
und Wachsziehers geborene Caspar David Friedrich war schon
in jungen Jahren von einer Schwermut geplagt,
die vielleicht in dem frühen Tod seines Bruders begründet
lag: Christian war in Caspars Gegenwart im eiskalten Wasser
eines zugefrorenen Sees ertrunken. Melancholie Distanz
zur Welt, die in den transparent wirkenden Naturdarstellungen,
vor allem in seinen Sepia-Arbeiten, ihren Niederschlag
fanden, erhielten darüber hinaus neue Nahrung durch
private und politische Ereignisse, wenngleich dem Maler,
wie Zeitgenossen und Freunde berichten, auch Heiterkeit
und Ausgelassenheit keineswegs fremd waren. Angeregt durch
seinen ersten Lehrer Johann Gottfried Quistorp, (1755-1835),
studierte Friedrich zunächst in Kopenhagen (1794-1798),siedelte
dann 1798 nach
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Auf
dem Segler |
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Dresden über, wo er sich alsbald von
der akademischen Malerei entfernte und rasch zum
Kreis der romantischen Bewegung
um Philipp Otto Runge und die Dichter Ludwig Tieck und
Novalis fand. Die Enttäuschung über die Beurteilung
durch zeitgenössische Kunstkritiker, sein Scheitern
im Kampf um eine Professur an derAkademie und die damit
verbundene Unsicherheit seiner materiellen Existenz, nicht
zuletzt aber auch sein durch die napoleonischen Siege
verletzter patriotischer Stolz und sein Mitgefühl
für die Leiden der verarmten Bevölkerung verstärkten
den Rückzug des Malers in die Isolation und in die
Natur. |
Doch
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Blick
auf Arkona mit aufgehender Sonne |
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nur scheinbar waren die Bilder, die seinen
seelischen Stimmungen Ausdruck gaben, ausschließlich
in einem mythisch-innerlichen Reich angesiedelt; die zeitgenössischen
Bezüge sind allerdings für den heutigen Betrachter
schwerer entschlüsselbar. Die Hünengräberauf
Rügen, die er während der französischen
Besatzungszeit malte, symbolisierten nationale Stärke,
und die wenigen Personen, die er darstellte tragen meist
die Kleidung der Demagogen, als welche die
"aufwieglerischen", Künstler und Burschenschafter
jener Zeit nach der Ermordung Kotzebues
diskriminiert
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Das
Eismeer |
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wurden ein Zeichen
seiner liberalen Gesinnung. Ernst Moritz Arndt, mit dem
Friedrich befreundet war, hatte in seiner Schrift Über
Sitte, Mode und Kleidertracht« dargelegt, wie ein
Liberaler seine Anschauung äußerlich sichtbar
machen sollte: z. B. durch dasTragen eines Baretts. Die
rechts an einen Baum gelehnte Gestalt in dem Bild »Kreidefelsen
auf Rügen«, das 1818 auf der Hochzeitsreise
mit Caroline Brommer entstand, ist ein Beispiel hierfür. |
Caspar
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Mann
und Frau in Betrachtung des Mondes |
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David Friedrich
vertrat die Auffassung, ein Kunstwerk könne nur in
meditativer Versenkung entstehen, wobei er allerdings
auf eine planvolle Vorgehensweise keineswegs verzichtete.
Die ließ Friedrich sozusagen in seinUnbewußtes
eindringen, um sie dann im Atelier wieder hervorzuholen
und zu Seelenbildern zu verarbeiten, für die er Motive
aus Landschaften verschiedener Regionen miteinander verband,
so z. B. die Ruine des Klosters Eldena bei Greifswald
mit einer Landschaft des Riesengebirges. Schließe
dein leibliches Auge, damit du mit dem geistigen Auge
zuerst siehest dein Bild. Dann fördere zutage, was
du im Dunkeln gesehen, dass es zurückwirke auf andere,
von außen nach innen. Auf seinen Reisen nach
Rügen (1801, 1802, 1806, 1815 und zuletzt 1826) sammelte
er dazu reiches Material. |
Die
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Klosterruine
Eldena |
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rauhe, wilde, unberührte
Natur der Insel bedeutete ihm persönlich immer wieder
Heilung, und er fürchtete die Besucherschwärme,
die in sein Paradies eindringen könnten. Als er einen
seiner Stiche von Kap Arkona verkaufte, bat
er den Käufer: Da beifolgendes Bild den Hauptpunkt
der Insel Rügen darstellt, so könnte
es einem gewinnlustigen Kupferstecher wohl einfallen, es zu vervielfältigen:
Ich bitte daher,
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Blick
auf Arkona mit aufgehendem Mond |
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wenn der Fall eintreten sollte, es auf
keinen Fall zuzugeben. Als 1816 der Badetourismus
auf Rügen einsetzte, hielt sich Friedrich fern. Für
derartige Vergnügungen empfand er nur Verachtung.
1837 malte er noch einmal die Kreidefelsen, allerdings
nicht mehr in den fröhlichen Farben jenes Hochzeitsbildes.
Friedrich starb nach mehreren Schlaganfällen am 7.
Mai 1840 in Dresden. |
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