Feuersteine
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Feuersteine |
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kommen fast überall auf der Insel Rügen
vor. Besonders viele gibt es am Jasmunder Ufer und in den Feuersteinfeldern.
Die Feuersteinfelder sind ein ca 200 Hektar großes Terrain
im Naturschutzgebiet Schmale Heide am Rande von
Mukran, diese sind geprägt durch eine typische Heidelandschaft
mit Wacholdersträuchern, Wildrosen, Schlehdorn, Blaubeeren
sowie Gräser, Moosen und Heidekraut, welches einen reizvollen
Kontrast zu den zu den schwarz-weißen Steinen bildet.
Aus dem Norden
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Hühnergott |
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gelangten die Feuersteine nach Rügen. Während
der Eiszeiten bewegten sich riesige Gletschermassen aus Skandinavien
in Richtung Süden. Dabei wälzten sie einer gigantischen
Planierraupe gleich über die Landschaft und rissen Felsblöcke,
Findlinge und Gestein mit sich. Nach Rückzug der Gletscher
blieb das mitgeschleppte Material an den Steilküsten Rügens
zurück. Die Feuersteinfelder in der Nähe von Mukran
entstanden vor etwa 3.000 4.000 Jahren durch starke Sturmfluten,
die die Steine zu mehreren Meter hohen Wällen aufschütteten.
Die 14 so gebildeten Feuersteinwälle sind in Europa einmalig.
Wie aber kommen Formen wie die der Hühnergötter oder
Donnerkeile zustande?
Als sich
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Feuersteine
am Strand |
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die Kreide am Grunde des Meeres aus Ablagerungen
mariner Organismen zu bilden begann, kam es zu periodisch eintretenden
Kieselsäureablagerungen. Ebenso wie der Kalk stammt auch
die Kieselsäure aus Überresten von Meeresbewohnern,
etwa Kieselalgen (Diatomeen) oder Kieselschwämmen. Bildete
sich aus diesem Material der Feuerstein, blieben mitunter Reste
der Tierwelt in den Steinen als Fossilien erhalten. Heute noch
kann man daher in Feuersteinen Reste von Tieren erkennen, die
vor über 70 Millionen Jahren im Meer gelebt haben. Die
länglichen Donnerkeile sind zum Beispiel fossile Schalen
tintenfischähnlicher Kopffüßer, den Belemniten.
Man findet aber auch fünfstrahlig gezeichnete Feuersteinkerne
von Seeigeln oder längliche Feuersteine mit Streifen- oder
Punktstruktur, die fossile Kieselschwämme darstellen. Aber
selbst ohne Fossilien sind Feuersteine, mit ihrem glänzenden,
schwarzen Inneren und der durch Wasserverlust weiß patinierten
Oberfläche ein lohnender Anblick.Am Grunde des Kreidemeeres,
im noch lockeren Kreideschlamm kam es zu Abscheidungen der Kieselsäure,
die aus zersetzten Skeletten von Kieselalgen und Kieselschwämmen
stammt. Feuersteine bestehen also vorwiegend aus Siliziumdioxid
in Form von Calzedon ( SiO² ). In der frühen Phase
der Sedimentabdeckung kam es unter Umständen in der mehrere
Meter mächtigen Kreideschlammschicht zu einer stellenweise
rhythmischen Konzentration dieser Abscheidungen in Gallertform
und einer kurzen Aushärtephase, was auch den teilweisen
Einschluss von Organismen mit Weichkörpern erklärt.
Feuersteine sind außergewöhnlich hart und
an den Bruchstellen sehr scharf. Daher liegt
es sehr nahe, das der sich entwickelnde Mensch diesen Umstand
irgendwann erkannte und
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Schale aus dem Online Shop |
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Feuersteine erst roh und später bearbeitet
als Werkzeug benutzte. Funde auf Rügen belegen, das vor
9000 Jahren Rehgeweihe mit Feuersteinen bearbeitet worden sind.
In der Nähe von Lietzow wurden über 20.000 bearbeitete
Steingeräte ( Faustkeile, Meißel, Äxte, Schaber,
Stichel, Messer, Pfeil und Speerspitzen, Sicheln u.v.a. ) gefunden,
deren Datierung auf etwa 5.000 Jahre zurückreicht. Erwiesen
ist auch, das der rügensche Feuerstein zu dieser Zeit als
Tauschobjekt bis zum Mittelmeerraum gehandelt wurde.
Also halten Sie bei Ihrem Rügen-Besuch Ausschau nach einem
interessanten, vielleicht sogar durchlöcherten, Feuerstein.
Eine schöne Erinnerung an die Insel Rügen. Oder Sie lassen sich vom norddeutschen Feuerstein der Insel Rügen faszinieren!
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