Herthasee
Der Herthasee ist ein lohnendes Ziel für Naturfreunde.

Der mystische Herthasee

Der mystische Herthasee in der Nähe des Königsstuhls ist mit seiner Länge von rund 170 Metern und der etwaigen Breite von 140 Metern beinahe kreisrund. Seine tiefste Stelle misst 11 Meter. Er ist ein beliebtes, idyllisches Ausflugsziel für Naturfreunde und solche, die das Geheimnisvolle lieben.

Der See befindet sich inmitten des Buchenwaldes. Einige Aussichtsstege erlauben eine nähere Sicht aufs Wasser. Der Herthasee hat zu jeder Jahreszeit seinen ganz speziellen Reiz, das wusste der Sage nach bereits die germanische Göttin Hertha, auch als Erdmutter Nerthus bekannt. Man behauptet, sie habe im Nationalpark Jasmund in der Herthaburg gelebt. Des Weiteren gibt es unterschiedliche Versionen: Die eine besagt, sie wäre einmal im Jahr im Herthasee baden gegangen. Da kein Sterblicher sie so sehen durfte, wurden hinterher alle sie begleitenden Diener und Sklaven im See ertränkt. Die andere Version weiß, dass die Göttin jedes Mal, wenn sie von ihren seltenen Reisen zurückkam, ihren Wagen, der von heiligen Kühen gezogen wurde, von Sklaven im Herthasee reinigen ließ. Damit sie nie jemand verraten konnte, wurden die Sklaven anschließend im See geopfert. Der bekannte Schriftsteller Theodor Fontane verarbeitete die Hertha-Legende in seinem Roman „Effi Briest“.

Die Herthaburg – eine Wallburg am Nordostufer

Die bereits erwähnte Herthaburg befindet sich am Nordostufer. Es handelt sich dabei um eine Wallburg von 17 Metern Höhe. Sie stammt aus der Zeit des 8. bis 12. Jahrhunderts, als die Slawen diese Gegend besiedelten. Nahe des Sees und der Burg findet man zudem einen Opferstein mit Abdrücken eines Erwachsenen, eines Kindes sowie eines Hasen.

Herthaburg
Die Herthaburg ist eine Wallburg aus der Zeit der Besiedlung Rügens von Slawen.

Der Herthasee ist indirekt sowohl mit dem PKW als auch zu Fuß oder per Bus zu erreichen. Mit dem Auto fährt man auf den gebührenpflichtigen Parkplatz „Tierpark am Nationalpark“, der am Ortsausgang von Sassnitz liegt. Vom Sassnitzer Bahnhof aus startet ein Bus zum Nationalpark Jasmund. In beiden Fällen muss man anschließend den ausgeschilderten Wanderwegen folgen. Auch zu Fuß kann man von Sassnitz aus auf einem markierten Wanderweg zum Herthasee gelangen. Die Wegestrecke beträgt ab Ortsmitte rund 7,6 Kilometer, wofür man knapp zwei Stunden unterwegs ist.

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Herthaburg © Chron-PaulEigenes Werk, [CC BY-SA 3.0], Wikimedia Commons