Buchenwald in der Stubnitz
Für die Stubnitz sind Buchenwälder typisch.

Sogenannte vor- und frühgeschichtliche Bodendenkmäler wie Hügel- und Großsteingräber, Burgwälle und Opfersteine gibt es in der Stubnitz reichhaltig. Damit gehört die Region zu einer der wenigen Gebiete Deutschlands, in denen man diese einzigartigen Beweise älterer Besiedlungsperioden in geballter Form finden kann. Leider sind viele dieser Zeitzeugen in jüngsten Vergangenheiten im Rahmen verschiedener Aktionen wie Steinnutzung beim Straßen- oder Hausbau, Entfernung beim Ackerbau oder Zerstörung durch Schatzgräber vernichtet. Die heute noch verbliebenen Anlagen stehen unter strengem staatlichen Schutz. Im Jasmunder Nationalpark hielt sich der Verlust zum Glück stark in Grenzen.

Gräber in der Stubnitz

Erst zu Beginn der 70-er Jahre fand man 154 neue Hügelgräber. Somit wurden bislang insgesamt 218 Hügel- und 5 Großsteingräber, 3 Burgwälle sowie ein Opferstein in diesem Gebiet entdeckt. Aktuell vermutet man im Waldgebiet der Stubnitz noch weitere, nicht entdeckte vor- und frühgeschichtliche Bodendenkmäler.

Der am besten erhalten gebliebene Wall befindet sich am Nordufer des Herthasees, die Hertha-Höhenburg aus dem 8. bis 12. Jahrhundert. Die hier gefundenen Zeitzeugen wie ein Schläfenring aus massiver Bronze oder Scherben sind heute in den Museen von Stettin in Polen sowie Stralsund zu bestaunen. Der größte Burgwall war der vom Schlossberg, in der Nähe des Forstamtes Werder. Man nimmt an, dass er um das 8. Jahrhundert herum entstanden sein könnte. Größtenteils fiel er dem Kiesabbau zum Opfer. Im Norden von Sassnitz befindet sich eine weitere Burg am Hochuferweg. Es handelt sich dabei wahrscheinlich um den ältesten Wall Norddeutschlands, um den Abschnittswall am Hengst aus höchstwahrscheinlich vorslawischer Zeit.

Großsteingrab Hagen-Stubnitz
Das Bild zeigt das Großsteingrab Hagen-Stubnitz („Pfenniggrab“) in der Stubnitz.

Was die Gräber anbelangt, sind es mehrheitlich Hügelgräber neben vereinzelten Großsteingräbern, die man in der Stubnitz findet. Die meisten Grabanlagen stammen aus der Bronzezeit. Dabei dürften die Großsteingräber optisch gesehen die interessanteren sein. Eines der bekannten Steinhügelgräber befindet sich in der Nähe einer Kiesabbaustelle in Nipmerow. Genauer gesagt, handelt es sich um eine Megalithanlage, ein Großsteingrab mit Hünenbett und Steinkreis sowie ein slawisches Hügelgrab. Es ist etwas mehr als 9 Kilometer von Sassnitz entfernt auf der Straße nach Lohme zu bestaunen. In seinem Inneren wurde ein jungsteinzeitliches Ganggrab mit Feuersteinwerkzeugen, Knochen etc. gefunden. Zuvor kann man das Großsteingrab Hagen-Stubnitz 1 entdecken, um das sich die Sage der Göttin Hertha rankt.

Es ist am Wanderweg vom Parkplatz Hagen-Königsstuhl aus gut ausgeschildert. Nur 300 Meter weiter gibt es das Grab Hagen-Stubnitz 2. Ebenso interessant ist das Großsteingrab Sassnitz-Waldhalle 1. Es ist noch sehr gut erhalten, denn von drei Decksteinen liegen heute noch zwei auf. Der Weg führt von Sassnitz Richtung Hagen. Etwa 200 Meter hinter dem Ortsausgang geht es nach rechts in eine Kopfsteinpflasterstraße, wobei man den Hinweisschildern zur Gaststätte „Waldhalle“ folgen muss. Nach knapp 2 Kilometern muss man nach einer Linkskurve den Wegweisern Folge leisten. Das Grab liegt rund 40 Meter von der Straße ab, weitere 400 Meter später gibt es das Grab Sassnitz-Waldhalle 2. Bleibt noch das Großsteingrab 700 Meter östlich von Neu-Mukran zu erwähnen, eines von ursprünglich drei Grabanlagen, das heute auf dem Terrain des Golfclubs liegt. Wer noch nicht genug davon hat, findet in der Nähe noch das Großsteingrab in Dwasieden sowie das in Dubnitz.

Der „Opferstein von Quoltitz“
Der Opferstein von Quoltitz ist ein Stein skandinavischen Ursprungs, welcher auf sich Spuren früher menschlicher Bearbeitung hat.

Der „Opferstein von Quoltitz“

Der „Opferstein von Quoltitz“ ist mit einem Gewicht von 73 Tonnen sowie einem Umfang von 13,5 Metern einer der größten Findlinge Rügens überhaupt. Zu bestaunen ist er, wenn man von Sassnitz aus rund 15 Kilometer Richtung Kreidemuseum Gummanz fährt, hinter dem Ort Neddesitz. Hinweisschilder sind vorhanden. Der Stein wurde erstmals 1797 erwähnt und hat eine interessante Geschichte, wobei die Bedeutung seiner kultischen Funktion nicht ganz geklärt ist.

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